Christoph Gum über den Anthropic-IPO als Lackmustest
Christoph Gum (Co-Founder & CEO, Private Alpha) im Gespräch mit Peter Heinrich (Börsenradio) über die Korrektur der KI-Werte im Oktober, die Stimmung auf Nvidias GTC in Berlin und den Anthropic-Börsengang als Lackmustest für den Markt.

Peter Heinrich im Gespräch mit Christoph Gum (Börsenradio, 02.11.2026).
Im Gespräch mit Peter Heinrich blickt Christoph Gum, Co-Founder und CEO von Private Alpha, auf einen Oktober zurück, in dem KI-Werte deutlich unter Druck gerieten: Nach dem Nasdaq-Allzeithoch am 6. Oktober sorgten steigende Zinsen, ein Ölpreis über 100 Dollar und der Iran-Konflikt für Finanzierungsangst. Für die Zeit nach den US-Midterms verweist Gum auf eine Statistik seit 1950: Nach jeder Zwischenwahl hat der S&P 500 im Schnitt rund 15 Prozent zugelegt.
Von Nvidias Entwicklerkonferenz GTC in Berlin berichtet Gum von einer Aufbruchstimmung, die wenig mit der Stimmung an der Börse gemein hat. Die Nachfrage nach Rechenleistung bleibt hoch, Speicherhersteller wie SK Hynix sind mit Festverträgen bis 2028 und 2029 ausgebucht. Dass Memory-Aktien teils 40 bis 60 Prozent unter ihrem Hoch notieren, sieht er deshalb als Chance für langfristige Investoren — Private Alpha hat auf diesem Niveau wieder zugekauft.
Den bevorstehenden Anthropic-Börsengang nennt Gum einen Lackmustest für die Börse: Sein Basisszenario ist, dass der IPO kommt und das Sentiment beruhigt, eine Verschiebung würde eine weitere Korrekturwelle auslösen. Bis Weihnachten hält er die Allzeithochs vom Oktober für erreichbar, getragen von Aktienrückkäufen und Zuflüssen zum Jahresende. Im Top 25 Equities Fund hat das Risikomonitoring von CaesarDPT zuletzt etwas Cash aufbauen lassen, die Kernpositionen in den KI-Blue-Chips bleiben.
"Für mich ist die Verunsicherung eine grosse Chance."
